ICCRS — International Catholic Charismatic Renewal Services

Über ICCRS

International Catholic Charismatic Renewal Services
Dienstleistungen des Internationalen Katholischen Charismatischen Erneuerung

Was tut ICCRS?

Kontakte:

  • ICCRS unterhält auf der ganzen Welt Kontakte zu den Leitern der Katholischen Charismatischen Erneuerung.
  • ICCRS trifft sich regelmäßig mit Vertretern des Hl. Stuhles zu Beratungen und um Anregungen einzuholen. Bei dieser Gelegenheit informiert ICCRS den Vatikan aber auch über die Entwicklung innerhalb der Internationalen Katholischen Charismatischen Erneuerung.
  • ICCRS besucht auf der ganzen Welt die verschiedenen Zentren der Katholischen Charismatischen Erneuerung und ihre Verantwortlichen und fördert dabei die „Taufe im Hl. Geist“.
  • ICCRS veröffentlicht alle 2 Monate einen Newsletter in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Deutsch. Er enthält aktuelle Meldungen, Zeugnisse und Veranstaltungshinweise.

Konferenzen:

Seit 1973 hat ICCRS regelmäßig internationale Leiterkonferenzen organisiert, bis zum heutigen Tag insgesamt neun. Das Treffen in Assisi hat die Form von Exerzitien angenommen, bei denen Raniero Cantalamessa OFM Cap. gepredigt hat. ICCRS unterstützt Initiativen zur Durchführung von nationalen und internationalen Konferenzen, so z.B. die asiatische Leiterkonferenz, die Internationalen Zusammenkünfte geistlicher Bewegungen und Gemeinschaften, Jugendevents und ökumenische Initiativen.

Finanzielle Unterstützung:

Wo immer möglich, bietet ICCRS den Zentren der Katholischen Charismatischen Erneuerung in den Entwicklungsländern finanzielle Unterstützung an. ICCRS unterstützt die Delegierten aus den Entwicklungsländern finanziell, die zu den von ICCRS selbst organisierten Konferenzen kommen.

Seit der Anerkennung durch den Päpstlichen Laienrat des Vatikans am 14.September 1993 hat ICCRS ein Büro in Rom und fungiert sowohl als Informations—und Kommunikationszentrum der Katholischen Charismatischen Erneuerung auf der ganzen Welt als auch Bindeglied zwischen der Katholischen Charismatischen Erneuerung und dem Vatikan.

ICCRS unterstützt die pastorale und theologische Zuverlässigkeit der verschiedenen Gruppen, die zur Katholischen Charismatischen Erneuerung gehören und durch eine persönliche Erfahrung des Pfingstereignisses entstanden sind. Wir kennen diese Erfahrung unter dem Begriff „Taufe im Hl. Geist“ kennen. Es gibt etwa 100 Millionen Katholiken, die eine solche „Taufe im Hl. Geist“ erfahren haben und die durch ICCRS in den letzten 20 Jahren unterstützt worden sind.

Wie arbeitet ICCRS?

Der Rat von ICCRS besteht aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten sowie derzeit weiteren 14 Mitgliedern. Der Rat vertritt ICCRS auf allen 5 Kontinenten, bei verschiedenen Diensten und Gemeinschaften. Der Rat besteht aus Priestern, Ordensleuten und Laien.

Das ICCRS-Büro mit Sitz in Rom hat sein eigenes Personal und koordiniert die Durchführung der Beschlüsse des Rates.

ICCRS erbittet und erhält Spenden vom Nationalen Dienstgruppen, den Diözesanteams, aber auch von Privatpersonen. Weitere finanzielle Unterstützung kommt von wohltätigen Organisationen.

Was können Sie tun?

Hierfür gilt, was uns der Herr aufgetragen hat, als er sagte:

“Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein”

Apg 13, 47

Auch Sie können ICCRS bei der Fortsetzung seiner Missionen unterstützen:

  • Zuallererst können Sie für die Arbeit von ICCRS beten
  • Sie können den ICCRS-Newsletter abonnieren, der über weltweiten Dienste von ICCRS berichtet
  • Sie können uns Ihre Erfahrungen mitteilen, die vielleicht anderen Menschen weiterhelfen und Zeugnis davon geben, wie Ihnen die Arbeit von ICCRS in ihrem Leben hilft
  • Sie können die Arbeit von ICCRS finanziell unterstützen, indem Sie uns einen Geldbetrag zukommen lassen, entweder persönlich oder über den Ihre Nationale Dienstgruppe oder über das Diözesanteam
  • Wenn Sie weitere Informationen wünschen oder uns eine Spende zukommen lassen wollen, .(JavaScript must be enabled to view this email address).

Anerkennung durch den Heiligen Stuhl

Die Anfänge von ICCRS
von Brian Smith

Die Geschichte von ICCRS ist einerseits die Geschichte eines großartigen Glaubens, andererseits aber auch die Geschichte von innerer Gebrochenheit. Die Geschichte des Glaubens begann durch die Anerkennung durch die Kirche und durch die Akzeptanz, die ICCRS in seinen ersten Tagen erfuhr. Die Geschichte von ICCRS ist aber auch eine Geschichte von Missverständnissen, Misstrauen und Gebrochenheit.

ICCRS begann als ICO (Internationales Kommunikationsbüro) Das war nicht mehr als Ralph Martin Schreibtisch in Ann Arbor, Michigan. Ralph war von der Nationalen Dienstgruppe der USA beauftragt worden, die Verantwortung für die internationalen Kontakte und Anfragen zu übernehmen. Ich selbst bin Ralph 1972 bei der Konferenz „Notre Dame“ begegnet. Er lud mich ein, ihn in Ann Arbor zu besuchen und so begann eine lange, freundschaftliche und vom Glauben geprägte Beziehung.

Im Oktober 1973 sponserte das ICO die erste Internationale Leiterkonferenz der Erneuerung bei den Franziskanerinnen in Grottaferrata, Italien. Grottaferrata wurde gewählt, weil es gerade außerhalb der Diözese von Rom liegt. Man wollte eine charismatische Leiterkonferenz nicht direkt in Rom abhalten.

Bei dieser Konferenz war ich einer der Redner und hielt einen Vortrag zum Thema „Die Entstehung der Erneuerung in einem Land“. Die 120 katholischen Delegierten und die 6 protestantischen Beobachter einschließlich Pfarrer Michael Harper warteten auf die Mittwochsaudienz des Papstes. Insgesamt wurden 13 von uns bei einer Privataudienz in den oberen Räumen neben der Audienzhalle empfangen. Es gäbe viel darüber zu berichten, was wir miteinander erlebt haben, als wir auf den Empfang durch den Papst warteten.

Wir konnten uns ungefähr vorstellen, was der Papst uns allen sagen würde und freuten uns darauf. Paul VI. empfing uns freundlich und zu unserer aller Überraschung—auch wenn das während der Generalaudienz nicht angesprochen wurde—ließ er sich von seinem Assistenten einen Text geben, der extra für uns vorbereitet war und später veröffentlicht wurde. Persönlich fügte er hinzu, dass er die Schwierigkeiten verstehen könne, die wir z.Zt. durchmachten und versprach uns, unsere Anliegen in die Hl.Messe einzuschließen. Anschließend ernannte er Erzbischof Hamer O.P. zu unserem persönlichen Ansprechpartner, mit dem wir Kontakt aufnehmen sollten, wenn wir mit dem Papst persönlich sprechen wollen. Wir müssten dann nicht den üblichen Instanzenweg durch den ganzen Vatikan gehen. Als ihm jeder von uns persönlich vorgestellt wurde, begrüßte er uns äußerst herzlich und schien zu verstehen und zu schätzen, was wir gerade machten. Papst Paul VI. hinterließ bei den Menschen, denen er begegnete, einen tiefen geistlichen Einfluss. Man kam sich vor, als würde er mit Gebet verbunden tief in der Seele seines Gesprächspartners lesen. Das war für mich eine sehr ergreifende Erfahrung.

Als wir den Audienzraum verließen, waren wir überglücklich, trafen uns mit den anderen Delegierten und auf dem Rückweg nach Grottaferrata tauschten wir uns voller Begeisterung aus und beteten voller Freude zusammen. Von diesem Tag an hatten wir eine Vision für die Konferenz „Notre Dame“, die in der „Notre Dame“- Universität in South Bend, Indiana (USA) abgehalten wurde und zu dieser Zeit eine der wichtigsten Konferenzen der Erneuerung weltweit war. Wir hatten eine Vision als Antwort auf die Einladung des Hl. Vaters, die Kirche möge anlässlich des Hl. Jahres 1975 nach Rom pilgern. Es gab extreme Schwierigkeiten, die unserem Kommen entgegenstanden. Eine Situation nach der anderen schien schiefzugehen. U.a. wurde der Architekt, der unsere Stände und Treffpunkte für das Konferenzcenter aufgestellt hatte, verhaftet. Die italienische Regierung weigerte sich, diese Internationale Konferenz finanziell zu unterstützen. Es gab Verzögerungen, u.a. mit den Bussen und im sonstigen Straßenverkehr, und viel Ärger mit den Unterkünften. Erst im letzten Moment lösten sich alle Probleme und die Konferenz wurde ein großer Erfolg.

Aus vielen Gründen war die Konferenz denkwürdig: die Referenten, die dauerhafte Unterstützung durch Kardinal Léon Joseph Suenens, Bischof McKenney von Grand Rapids (Michigan), die Tatsache, dass die Tagung auf dem Gelände der Katakomben von Saint Callixtus stattfand. Man spürte einfach die stille Freude der Anwesenden, als wir begeistert auf dem Rasen des Klostergeländes inmitten blühenden wilden Mohns tanzten. Es war etwas vom Geist der Hl. Klara und Franziskus zu spüren, der während der Erneuerung der Kirche zu Beginn des 13. Jahrhunderts und während der Gründung der Franziskanischen Familie herrschte.

Während des Treffens am Pfingstmontag versammelten sich die 13000 Delegierten im Petersdom zur Feier der Pfingstmesse. Kardinal Suenens wurde das seltene Privileg zu Teil, Hauptzelebrant zu sein und den Papstaltar für diese Hl.Messe benützen zu dürfen—ein seltenes Ereignis in Rom. Am Ende der Eucharistiefeier, als wir auf den Hl.Vater warteten, wurden viele Hallelujas und Lobpreislieder gesungen. Schließlich kam Papst Paul VI. unter großem Beifall zu uns. Uns wurde erzählt, dass man ihm geraten hatte, nicht zu erwarten, unser Treffen würde erst die Bewegungen innerhalb der Charismatischen Erneuerung auf der ganzen Welt stärken. Dennoch war er von der Atmosphäre, dem Gebet und dem Lobpreis Gottes im Petersdom sehr beeindruckt. Eine seiner ersten Gesten bei seiner Ankunft war, dass er die Hand von Kardinal Suenens in seine nahm und ganz hoch nach oben hob als Bestätigung seine Arbeit und seiner Leitungsfunktion unter den Leitern der Charismatischen Erneuerung auf der ganzen Welt. Dann wandte er sich an uns und sprach von den 3 Aspekten der Unterscheidung, die wir im Hinblick auf diese Bewegungen beachten sollten. Der erste Punkt war die Treue zur authentischen Lehre des Glaubens (vgl. 1 Kor 1-3);der zweite war, dass alle spirituellen Geschenke dankbar zugunsten aller Menschen angenommen werden müssen, d.h. für die völlige Erneuerung der Kirche und der Gesellschaft; und der dritte und wichtigste Aspekt war, dass dies alles mit Liebe geschehen muss. Einzig die Liebe (Gottes—und Nächstenliebe) macht einen Christen vollkommen. Durch sie allein hat Gott Wohlgefallen an seinem Volk.

Diese Liebe ist nicht nur eine Gabe des Hl.Geistes. Sie ist seine aktive Gegenwart im Herzen des Christen. Der Hl. Paulus spricht in Gal 5, 22 davon, dass die Liebe Frucht des Hl. Geistes ist. Deshalb sollten alle Menschen ein Herz und eine Seele sein. (Apg 4, 32). Nachdem der Hl. Vater seine Botschaft beendet hatte, sagte er, diese Erneuerung sollte die Welt verjüngen und ihr eine Spiritualität, eine Seele und ein religiöses Denken zurückschenken. Sie sollte die verschlossenen Lippen der Welt für Gebet, Gesang, Freude und Zeugnis öffnen. Als er diese Worte sprach, wurde seine Stimme immer kräftiger und schließlich rief er: „Jesus ist der Herr! Halleluja!“.

Als der Hl. Vater wegging, herrschte großer Jubel unter den Menschen, die mitten in der Basilika sangen und tanzten. Genau zu diesem Zeitpunkt strahlte Licht durch die großen Fenster des Petersdoms. Es war eine wunderbare Erfahrung, die mich an die Vision von Pfarrer Michael Harper aus dem Jahr 1973 erinnerte, die er den Delegierten der Konferenz in Grottaferrata mitteilte: Als er damals auf die Rückkehr der 13 Mitglieder wartete, die für die Audienz ausgewählt worden waren, ging er in den Petersdom hinein. Dort hatte er eine Vision vom Hl. Geist, der auf Tausende dort versammelte Menschen herabkam und jetzt, gerade mal 2 Jahre später geschah genau dies vor unser aller Augen. Der Hl. Geist inspirierte Papst Paul VI., der Erneuerung seinen Segen zu geben. Die Herausforderung, die an diesem Tag vor uns lag, bestand darin, der weltweiten Kirche und der ganzen Welt diese Anerkennung und die Gnaden, die aus der Charismatischen Erneuerung strömen, zu vermitteln. Das einfache Werk des Hl. Geistes, das in Notre Dame begonnen hatte, war jetzt eine Gnade für die ganze Kirche. Ralph Martins Schreibtisch in Ann Arbor wurde zu einem Dienst, der seinen Hauptsitz bald in Rom bekommen und sich auf die Charismatische Erneuerung in der ganzen Welt auswirken sollte.

Seit 1972 hat ICO die weltweite Verbreitung der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche gefördert. Dies geschah auf vielfältige Art und Weise, z.B. durch die Veröffentlichung eines internationalen Verzeichnisses von Gebetsgruppen, durch die Verbreitung von Literatur und Kassetten, wo dies benötigt wurde, durch die Erstellung eines Newsletters und durch die Organisation zahlreicher internationaler Leiterkonferenzen. ICO war ebenfalls verantwortlich für die Organisation der oben erwähnten erfolgreichen Internationalen Konferenz in Rom im Heiligen Jahr, an der 13000 Menschen teilnahmen.

Zunächst hatte ICO seinen Sitz in Ann Arbor (Michigan), dann in Brüssel (Belgien), wo Direktor Ralph Martin lebte. Kardinal Suenens wurde von Papst Paul VI. gebeten, sich um die internationale Entwicklung der Erneuerung zu kümmern und wurde bischöflicher Berater von ICO.

Im Herbst 1977 fand eine Konsultation von 110 Personen aus 60 Ländern statt, bei der Wege gesucht wurden für die mögliche Bildung eines Internationalen Rates. Nach Beratungen mit Kardinal Suenens wurde beschlossen, den Rat mit der Aufsicht über die Arbeit von ICO zu beauftragen. Es sollte folgende Aufgaben haben:

  • Zusammenarbeit mit Kardinal Suenens in seiner Eigenschaft als Bischöflicher Berater des Internationalen Kommunikationsbüros;
  • Einrichtung von Diensten, die der Entwicklung der Katholischen Charismatischen Erneuerung dienen;
  • Periodischer Rückblick auf alle Dienste und Initiativen des ICO;
  • Festsetzung des Haushalts des ICO und Übernahme der Verantwortung für seine Verwendung;
  • Aufsicht über die Kontakte zwischen ICO und dem Hl. Stuhl;
  • Planung aller internationaler Veranstaltungen, die vom ICO gesponsert werden.

Folgende Personen waren Mitglieder des neuen Rates des ICO, dessen Bischöflicher Berater Kardinal Suenens war:

  • Fr. Marcel Bourland, Dijon, Frankreich
  • Mr. Thomas Flynn, Dublin, Irland
  • Fr. Thomas Forrest, Aguas Buenas, Puerto Rico
  • Mr. Victor Guitterez, Manila, Philippinen
  • Mr. Ralph Martin, Brussels, Belgien
  • Fr. Diego Jaramillo, Bogota, Kolumbien
  • Fr. Fio Mascarenhas, Bombay, Indien
  • Dr. Kevin Ranaghan, South Bend, Indiana (USA)
  • Mr. Brian Smith, Brisbane, Australien

Ratsmitglieder wurden zunächst für einen Zeitraum von 2 Jahren gewählt. Der Rat bestimmt seinen Vorsitzenden, die Häufigkeit seiner Zusammenkünfte und seine Geschäftssprache und fasst Beschlüsse für die weitere Arbeit.

Durch das Engagement von Kardinal Suenens und die formale Einrichtung von ICO, aus dem bald das Internationale Büro der Katholischen Charismatischen Erneuerung (ICCRO) hervorgehen sollte, nahm die Arbeit von ICO im Jahre 1978 eine verstärkt kirchliche Dimension an.

Und dennoch gab es trotz der Entwicklung des Rates von ICCRO oft größere Schwierigkeiten in den zwischenmenschlichen Beziehungen und Missverständnisse, die überwunden werden mussten. Wenn wir ein Ziel unbedingt erreichen wollten, waren wir nicht immer erfolgreich. Man sagt ja oft: wenn eine neue Aufgabe entsteht, ist die bisherige bedroht oder die alte Arbeit bekämpft die neue aus verschiedenen Gründen.

In Rom gab es viele Befürchtungen und es entstanden Spannungen, besonders zwischen einzelnen Ratsmitgliedern. Diese führten erstens zur Trennung von P. Tom Forrest, der das ICCRO schließlich verließ und zweitens zur Gründung der Initiative Evangelisation 2000, die sich von der Erneuerung abspaltete, zu der sie ursprünglich gehört hatte. Eine der ersten Aktionen des Rates im Jahr 1988 war ein Treffen mit P.Tom, bei dem nach Wegen der Versöhnung und der weiteren Zusammenarbeit gesucht wurde. Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern. Er dachte, seine Mitarbeiter würden einen Scherz machen, als sie ihm sagten, Mitglieder des Leitungsteams von ICCRO seien gekommen und wollten mit ihm sprechen. Dann sah ich den Ausdruck von reiner Freude in seinem Gesicht, als er zur Tür kam und jeden von uns begrüßte.

Neue Spannungen entstanden zwischen ICCRO und dem Päpstlichen Laienrat hinsichtlich der Abmachung, dass internationale Konferenzen ökumenischer Natur mit dem Päpstlichen Laienrat besprochen werden sollten, damit man zuerst den Willen zur Zusammenarbeit und die Ziele der Veranstaltung in Erfahrung bringen und dann entscheiden könne, ob die Veranstaltung abgehalten werden sollte. Voraussetzung für die Aufnahme der Arbeit im Büro durch P. Ken war, dass Bischof Paul Joseph Cordes, damals Vizepräsident des Päpstlichen Laienrates, durch seine Reaktion auf die Bitte des Hl. Vaters vom Mai 1984, er möge die Verantwortung für die Arbeit der Gemeinschaften, insbesondere der Charismatischen Erneuerung und den Bundgemeinschaften übernehmen, eine offizielle Position bezogen hat. Während es einige Befürchtungen und Missverständnisse bzgl. der Situation der Konferenz im Jahr 1988 gab, erwies sich Bischof Paul Cordes als wahrer Freund und sorgender Hirte in seiner Verantwortung für die Erneuerung. Die Ordensgemeinschaften sind ihm zu großem Dank verpflichtet, da einem Teil von ihnen im November 1990 am Fest des Hl. Andreas der Rechtsstatus „Private Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts“ verliehen wurde. Ich wurde zum ersten Präsidenten von ICCRO gewählt und vom Vatikan für diesen Posten offiziell ernannt und muss dazu sagen, dass es möglicherweise durch die hervorragende Zusammenarbeit und das Interesse des Hl. Stuhles, insbesondere von Bischof Cordes persönlich, dazu gekommen ist.

Seit der Ernennung von Charles Whitehead zum neuen Präsidenten bemerkte ich ein neues Vertrauensverhältnis in der Zusammenarbeit mit dem Laienrat. P.Ken Metz und Charles haben zusammen viel gearbeitet, was zu einer gut funktionierenden Beziehung zwischen dem ICCRO-Büro und dem Hl. Stuhl geführt hat. Zu dieser gut getanen Arbeit möchte ich ihnen gratulieren.

Mach dem Ausscheiden von P. Ken Metz übernahm Sr. Nancy Kellar die Position des Bürodirektors und erhielt weltweit viele Anfragen, sie möge Lehren abhalten. Inzwischen arbeitet Sr.Nancy von ihrer Kongregation in New York aus mit voller Unterstützung durch ihren Orden und großer Ermutigung durch ICCRS, der ihren guten Dienst der Lehre schätzt.

In der Zeit, in der die Statuten für ICCRO ausgearbeitet wurden, wurde aus ICCRO ICCRS. Die Betonung lag mehr auf „S“ für „service“ (dt. Dienst) als auf einer reinen Geschäftsstelle oder einem Büro für die Erneuerung. In das Büro in Rom kamen während dieser Jahre viele Besucher, u.a. auch Kardinäle, Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien. Eine ganze Flut von Menschen hat ihre Wertschätzung für alle ausgedrückt, die der Sache auf die eine oder andere Weise gedient haben. Claude Lopez aus Melbourne (Australien) hat ICCRS mehrfach gerettet, indem er diesen Dienst auf sehr praktische Weise auf Konferenzen und im Büromanagement unterstützt und geführt hat.

Es hat sich herausgestellt, dass das Büro in Rom ein großer Segen ist, da es ein Besuchszentrum für die Menschen ist und ein wichtiges Kommunikationszentrum zwischen der Römischen Kurie und den Leitern der Charismatischen Erneuerung. Sein Einsatz hat zu größerer Verständigung und Zusammenarbeit bei der laufenden Arbeit für die Erneuerung der Kirche und die unerschrockene Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Welt geführt.

Wenn ich mir heute die neuen und alten Mitglieder ansehe, entdecke ich, dass wir am Beginn einer ganz neuen Ära der Verständigung und Zusammenarbeit stehen. Es scheint, dass die Querelen und Spannungen der Vergangenheit vorbei sind. Diese Tage des gegenseitigen Austausches waren für mich zugleich eine Zeit der Heilung und der Vision vom Leben im Hl. Geist. Ich habe alle Hoffnung, dass dieser Dienst ein Ort ist, von dem aus wir noch größere Dinge für Gott tun dürfen, so wie uns der Herr führt.

In diesem Artikel können nicht alle großartigen Bischöfe, Priester und Laien aufgezählt werden, die zum Erfolg dieses Büros und dieses Dienstes an der Charismatischen Erneuerung auf der ganzen Welt beigetragen haben. Sie alle würden ihre Namen gut kennen. Ich kann nur Gott dafür danken, dass so viele Menschen großzügig auf die Entwicklung der Erneuerung und den Aufbau der Kirche reagiert haben.

Persönliche Reflexionen
von Charles Whitehead

Für mich gab es während meiner 10 Jahre als Präsident von ICCRS viele wichtige Momente und Ereignisse. An dieser Stelle habe ich lediglich 3 ausgewählt, die für die Katholische Charismatische Erneuerung besonders wichtig sind.

Das erste war die Anerkennung offizieller Statuten von ICCRS im Jahre 1993. Sie ist das Ergebnis von 3 Jahren intensiver Zusammenarbeit mit dem Päpstlichen Laienrat unter der Leitung von Bischof Paul Joseph Cordes. Die Statuten sind Ausdruck eines erneuten Vertrauensverhältnisses zwischen ICCRS und dem päpstlichen Laienrat und erkennen ICCRS offiziell als Einrichtung an, deren Aufgabe ist, der Charismatischen Erneuerung zu dienen und sie innerhalb der Kirche zu verbreiten.

Der Anerkennung der Statuten ging die Leiterkonferenz in Assisi unmittelbar voraus, ein Ereignis von wesentlicher spiritueller Bedeutung für die Leiter, die aus der ganzen Welt angereist waren. Bestandteil des Treffens war auch eine Audienz mit Papst Johannes Paul II. in seiner Sommerresidenz in Castelgandolfo. Für mich war dieses Treffen unter der Leitung von P. Raniero Cantalamessa ein spiritueller Höhepunkt für ICCRS und ist das zweite wesentliche Ereignis.

Das dritte ist noch nicht so lange her und vielleicht das wichtigste. Ich meine das historische Treffen auf dem Petersplatz an Pfingsten 1998, bei dem Papst Johannes Paul II. Vertreter aller Bewegungen und neuer geistlicher Gemeinschaften speziell zum Gebet um eine neue Ausgießung des Hl. Geistes einlud. Es war ein großartiges Ereignis, bei dem die Unterstützung der Bewegungen, Gemeinschaften und der Charismatischen Erneuerung durch die Kirche und die wesentliche Rolle, die diese Bewegungen und Gemeinschaften für die Kirche des neuen Jahrtausends spielen, öffentlich sichtbar wurde. Der Charismatischen Erneuerung wurde eine besondere Anerkennung zu Teil, als ich in meiner Eigenschaft als Präsident von ICCRS eingeladen wurde, im Namen der 350.000 auf dem Petersplatz versammelten Personen zu Papst Johannes Paul II. zu sprechen.

So wurde nach 30 Jahren Bestehens die Rolle der Charismatischen Erneuerung für die Kirche vollständig anerkannt. Die Herausforderung, die jetzt vor uns liegt, besteht darin, innerhalb der Kirche wirklich charismatisch und herausfordernd prophetisch zu bleiben und gleichzeitig unsere neuen Verantwortlichen zu akzeptieren. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an.

Persönliche Reflexionen
von Allan Panozza, ICCRS Präsident von 2000 bis 2007

Im Mai 2000 war ich bereits seit 10 Jahren Mitglied des ICCRS-Rates, in dem ich Ozeanien vertrat, als ich zu meiner großen Überraschung während eines Rats-Treffens in Rom, das eigentlich mein letztes sein sollte, denn meine Wahlperiode war abgelaufen, zum neuen ICCRS-Präsidenten, und damit zum Nachfolger des scheidenden Charles Whitehead gewählt wurde. Während der folgenden sieben Jahre gab es während meiner Präsidentschaft viel Bewegung innerhalb von ICCRS und viele Initiativen, ich möchte jedoch drei Aspekte herausheben, die in meinen Augen, und ich glaube auch für ICCRS, sehr wichtig waren.

ICCRS hatte bereits offizielle Statuten, die 1993 durch den Päpstlichen Rat der Laien anerkannt wurden, aber 2004 zeigte sich, dass einige kleine Veränderungen notwendig wurden. Nach einer Zeit des Beratens und Umformulierens präsentierte ICCRS im November 2004 die Ergänzungen, die vom Päpstlichen Rat der Laien im Mai 2005 ohne Änderungswünsche bestätigt wurden. Die wichtigste Veränderung waren die Änderungen des Verfahrens, mittels dessen in der Vergangenheit geeignete Kandidaten für eine Wahl in den ICCRS-Rat nominiert wurden. Seitdem müssen nun die Kandidaten eine schriftliche Einverständniserklärung ihres zuständigen Bischofs einreichen, sowie eine schriftliche Zusage des jeweiligen nationalen oder regionalen CE-Vorstandes nachweisen. Der Vorteil dieses Veränderungen war, dass nun die Ratsmitglieder während einer Wahl nach einer Zeit des Gebetes und der Beratung über jede/n Kandidaten/in, sicher sein können, dass die Person, auf die die meisten Stimmen fallen, die/derjenige ist, die/der der Heilige Geist aufzeigt, und nicht die Person, die nach menschlichen Überlegungen im Mittelpunkt der Entscheidungsfindung steht.

Als zweites Anliegen war es mir wichtig, die Stellung der Muttergottes in der Charismatischen Erneuerung in der Katholischen Kirche wieder zu betonen. Oftmals empfand ich als Präsident einen tiefen Wunsch, ihre Fürbitte in schwierigen Situationen zu erbitten. Ein Ereignis war für mich ganz besonders wichtig. 2003 plante ICCRS eine große internationale Konferenz, die im schönen Mariopolis der Fokularbewegung stattfinden sollte, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Sommerresidenz des Heiligen Vaters in Castel Gandolfo liegt. ICCRS hatte hunderte Hotelbetten in der näheren Umgebung gebucht und war damit eine große finanzielle Verpflichtung eingegangen. Einige Wochen bevor die Konferenz stattfinden sollte, waren nur sehr wenige Teilnehmer/innen angemeldet und wir standen vor einem sehr großen Berg an Verpflichtungen, sollte die Konferenz abgesagt werden müssen. Ich betete zu unserer Lieben Frau mit folgenden Worten: „Maria, Ich habe ein sehr großes Problem und Du bist meine Mutter – daher ist es auch Dein Problem! Bitte hilf uns, genügend Anmeldungen zu bekommen, dass die Konferenz stattfinden kann“.

Ich bat außerdem die Ratsmitglieder auf der ganzen Welt, eine Fürbitte-Kette in ihren Regionen zu veranstalten und wir vertrauten Maria das Treffen an. Die Folge war, dass die Konferenz wie geplant stattfand und wir sogar in der Woche vor dem Start die Anmeldung schließen mussten, weil sich so viele Menschen angekündigt hatten. Ich fand, dass diese Konferenz die am meisten gesegnete war in der Zeit, in der ich für den ICCRS-Rat arbeitete. Eine zweite Folge dieses Treffens war, dass wir mit der Fokolar-Bewegung – und besonders mit deren Gründerin Chiara Lubich, die leider bereits verstorben ist, einen Bund der Freundschaft geschlossen haben. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Gottesmutter tatsächlich die einzige wahre „Charismatikerin“ ist, denn sie wurde bei ihrer Empfängnis mit dem Heiligen Geist erfüllt. Daher ist sie wirklich eine kräftige Fürsprecherin bei Jesus.

Der dritte besondere Moment der Gnade war für mich, als ich im September 2005 bei den internationalen Priesterexerzitien in Ars (Frankreich) mitwirken durfte. Dieses Projekt wurde partnerschaftlich von ICCRS und der Gemeinschaft der Seligpreisungen durchgeführt. Die stellvertretende Präsidentin von ICCRS Cathy Brenti, die auch der Gemeinschaft der Seligpreisungen angehört, war für dieses Projekt maßgeblich verantwortlich. Diese einwöchigen Exerzitien fanden unter dem Patronat des Päpstlichen Rates der Laien sowie der Kongregation für den Klerus statt und wurden vom begnadeten Team um Sr Briege McKenna OSC und P. Kecon Scallon C.M. wundervoll geleitet. An den Exerzitien nahmen zwei Kardinäle, 16 Bischöfe und 853 Priester aus 71 Ländern teil. Es war Teil unserer Vision, die Teilnehmenden nach Ars zu bringen, dem Ort, an dem Priester aus aller Welt durch die Fürsprache des Heiligen Pfarrers von Ars, John Mary Vianney, neue Kraft für ihren Dienst finden. Einmal wurde während der Exerzitien das Allerheiligste durch die Straßen von Ars getragen, gefolgt von einer Prozession mit beinahe 1000 Priestern. Mehr als zwölf Monate lang haben die kontemplativen Ordensgemeinschaften (Schwestern und Mönche) in ganz Frankreich mittels einer Gebetskette für die Früchte dieser Exerzitien gebetet. Die Zeugnisse, die in den darauffolgenden Wochen eintrafen, berichten, dass viele der teilnehmenden Priester diese Kraft fanden und auch eine Wiederbelebung der Gnade ihrer Berufung stattfand.

Lassen Sie mich zum Schluss sagen, dass ich nicht annährend ausdrücken meine Dankbarkeit Gott gegenüber ausdrücken kann, für die vielen Gnaden und Vorrechte, die ich durch ihn während meines ganzen Lebens erhalten habe, dessen letzte 30 Jahre durch mein Wirken in der Charismatischen Erneuerung geprägt sind. Ganz besonders bin ich dankbar für diese 17 Jahre, die ich im ICCRS-Rat, zusammen mit vielen hingebungsvollen und begnadeten Leitern und Leiterinnen dienen durfte.  Ich danke ihm, das ich an so viele Orte auf der ganzen Welt reisen durfte, und für die wundervollen, geisterfüllten Menschen in der CE, denen ich auf meinen Reisen begegnen durfte.

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